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Vom Trauern und Abschiednehmen

Sei es das schleichende Ende einer Freundschaft, das plötzliche Aus einer Partnerschaft, der Tod eines geliebten Menschen, der Abschied von einem Ort oder einer Lebenssituation oder die Einsicht, dass ein Wunsch oder eine Hoffnung nie Realität werden wird…

Vom Trauern und Abschiednehmen

Verluste, Trennungen und Abschiede, so unterschiedlich sie auch sein können, haben in der Regel eines gemeinsam: Sie sind schmerzhaft. Sie machen traurig. Manchmal kommen mit ihnen auch Angst, Orientierungslosigkeit, Wut, Verzweiflung oder Schuldgefühle.

Und noch etwas zeichnet sie aus: Sie gehören zum Leben untrennbar dazu. Jeder Mensch sieht sich früher oder später mit einem Verlust, einer Trennung und somit auch mit einem Abschied konfrontiert. Gerade weil diese Themen jede:n betreffen und der Umgang mit ihnen zu den schwersten aller Lebensaufgaben gehört, möchten wir ihnen diesen Artikel widmen.

 

Wozu braucht es Trauer?

Wenn du dich nach einer Trennung oder einem Verlust traurig fühlst, ist das absolut normal und erwartbar. Trauer ist eine gesunde Reaktion deiner Psyche. Und Trauer hat eine wichtige Funktion: Sie hilft dir, den Verlust zu realisieren. Sie hilft dir zu begreifen, dass jemand nicht mehr da ist, etwas nicht zurückkommt, ein Wunsch oder eine Hoffnung sich nicht erfüllen wird. Und schließlich kann sie dir auch dabei helfen, loszulassen und dich neu zu sortieren. Doch bis es soweit ist, vergeht oft einiges an Zeit. Schmerzvolle, kraftraubende Zeit, die sich mitunter so anfühlen kann, als wäre sie endlos.

Gerade weil Trauer so weh tut, ist es verständlich, dass viele Menschen sie am liebsten gar nicht fühlen würden. Manche haben wiederum den Eindruck, sie nicht fühlen zu dürfen, weil ihnen trauerfeindliche Botschaften vermittelt wurden, wie “Reiß dich zusammen”. Die Trauer wegdrücken, weitermachen wie bisher, schnell wieder “funktionieren” – vielleicht hast du diese weitverbreitete Tendenz auch schon bei anderen oder bei dir selbst beobachtet. Sicher hast du dann auch festgestellt, dass diese Versuche ziemlich anstrengend sind, und auf Dauer nicht wirklich erfolgreich. Wie jedes Gefühl will auch Trauer gefühlt werden. Unterdrückte Trauer sucht und findet ihren Weg an die Oberfläche.

 

Was hilft beim Abschiednehmen?

Am wichtigsten ist es, der Trauer Raum zu geben. Sie als das anzunehmen, was sie ist: ein hilfreiches Gefühl. Natürlich ist das viel einfacher gesagt als getan. Viele Menschen fürchten sich davor, von ihren schmerzhaften Gefühlen überwältigt zu werden, wenn sie sie zulassen. Unterdrückte, unterschwellige Trauer ist jedoch für deinen Körper und deine Psyche sogar noch viel anstrengender als gelebte Trauer.

 

Der Trauer Raum geben kannst du auf verschiedene Weise:

Zum einen kannst du mit anderen über deine Gefühle sprechen. Das können vertraute Personen aus deinem Umfeld sein, wie Freund:innen oder Familienmitglieder. Bei der Frage, wem du dich anvertrauen möchtest, ist dein Bauchgefühl in der Regel ein guter Ratgeber. Es kann auch sehr hilfreich und trostspendend sein, sich mit Menschen auszutauschen, die Ähnliches erlebt haben – zum Beispiel im Rahmen einer Selbsthilfegruppe.

Darüber hinaus können Abschiedsrituale beim Trauern unterstützen. Wie so ein Abschiedsritual aussehen kann? Nach einer Trennung kann es zum Beispiel gut tun, deine:r Ex-Partner:in einen Brief zu schreiben: Was hat dir gefehlt? Was nimmst du der oder dem anderen übel? Was bereust du? Wofür bist du ihr oder ihm dankbar? Was wirst du vermissen? Ob du den Brief anschließend tatsächlich abschickst oder ihn lieber wegwirfst, ist dabei gar nicht so wichtig. In erster Linie geht es darum, dich deinen Gefühlen zuzuwenden.

Dich deinen Gefühlen zuwenden – das ist nicht nur durch Gespräche und Rituale möglich, sondern auch mithilfe von Achtsamkeit. Wenn du dir immer wieder bewusst Zeit nimmst, deine Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen einfach wahrzunehmen – ohne sie bewerten oder verändern zu müssen – kann dich das im Trauerprozess unterstützen. Mehr Informationen dazu und verschiedene Achtsamkeitsübungen findest du in unserer MindDoc App.

 

Wann hört es auf, weh zu tun?

An dieser Stelle wäre es natürlich schön, wenn wir dir sagen könnten, dass es einem x Wochen oder Monaten nach einer Trennung oder einem Verlust wieder besser geht. Doch es gibt keine pauschale Zeitangabe für Trauer. Und gerade bei einem schwerwiegenden Verlust wird es vermutlich auch nach Jahren immer noch ab und zu weh tun. Aber: Insgesamt wird der Schmerz mit der Zeit weniger intensiv und weniger einnehmend sein. Und vielleicht macht er sogar Platz für tröstliche Erinnerungen und ein Gefühl von Dankbarkeit für das, was war und im Herzen bleibt.

Wenn Trauer allerdings über einen längeren Zeitraum so stark und belastend ist, dass du deinen Alltag nicht mehr gut bewältigen kannst, kann professionelle Unterstützung bei der Bewältigung hilfreich sein.

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