Verhalten

Ständig Stress bei der Arbeit? Diese Warnsignale solltest du ernst nehmen

Am Wochenende ruht für die meisten Menschen die Arbeit. Andere arbeiten auch am Wochenende und haben dafür an einem anderen Tag frei. Zeit, die Seele baumeln zu lassen, sich Hobbies zu widmen und an etwas anderes zu denken. Aber immer mehr Menschen fällt das Abschalten schwer. Ab wann wird das gefährlich für die psychische Gesundheit?

Stress bei der Arbeit - Warnsignale

Statt die Sonnenstrahlen im Park zu genießen, hängen sorgenvolle Gedanken auch nach Feierabend noch in der Telefonkonferenz vom Vortag, dem Problem mit einem Kollegen heute oder schon im nächsten Mitarbeitergespräch mit der Vorgesetzten? Passiert das hin und wieder, ist das noch kein Grund zur Sorge. Problematisch wird es dann, wenn die Sorgen dich ständig begleiten und deine Grundbedürfnisse wie gesunden Schlaf oder lustvolles Entspannen beeinträchtigen.

 

Ab wann droht der Burnout?

Manche Menschen zermartern sich regelrecht den Kopf vor lauter Gedanken an die Arbeit. Dieses Kopfkino, für das es keinen Aus-Knopf gibt, ist nur ein offensichtliches Anzeichen unter vielen für arbeitsbedingten Stress – und kann ein Vorbote des Burnouts sein. Vermutlich jeder, der sich stark über seine Arbeit definiert, kann in die Burnout typische Abwärtsspirale geraten. Das Problem: Oft steckt man schon mittendrin und ist sich dessen gar nicht bewusst. Viele genießen anfänglich den eigenen Leistungswillen, die Fähigkeit, immer die besten Ergebnisse liefern und „performen“ zu können. Manche fühlen sich im Betrieb quasi unersetzbar. Dieser Kick für den Selbstwerts hat nur zumeist auch eine nachhaltige Wirkung, denn schon bald spüren stellen sich Stresssymptome ein. Höre also gut auf die Warnsignale, die Körper und Geist dir in Zeiten der Überlastung senden! Ganz typisch sind die folgenden drei:

 

1. „Ich muss es bei der Arbeit allen Recht machen!“ – oder doch vor allem mir selbst?

Viele Menschen powern sich bei der Arbeit regelrecht aus und gehen hart mich sich selbst ins Gericht. “Ich muss das unbedingt heute noch fertig kriegen” ist ein typischer Gedanke. Oder: “Mein Projekt muss noch besser laufen, so ist der Kunde sicher nicht zufrieden”. Wenn “Ich muss” oft in deine Gedanken auftrifft, solltest du innerlich aufhorchen, denn viele Menschen tendieren dazu, sich selbst stärker unter Druck zu setzen, als das notwendig wäre. Dies geht oft mit der Angst einher, nicht zu genügen und letztlich zu versagen. Du sorgst dich darum, nicht allen Anforderungen gerecht zu werden. Manche dieser Anforderungen kommen dabei gar nicht von außen, sondern sind selbst auferlegt.

In der Folge dieser Belastungen gerätst du vielleicht immer häufiger in Grübelschleifen, die Gedanken um den Job drehen frei, auch lange nach Feierabend, verfolgen dich bis ins Bett – und am nächsten Morgen dreht sich das Gedankenkarussell schon unter der Dusche wie wild: “Habe ich die eine E-Mail gestern noch beantwortet und um wieviel Uhr nochmal ist das Treffen mit Frau Müller?”.

Tipp: Was dir dann helfen kann: Achtsamkeit in den Alltag einbinden. Achtsam sein heißt erst einmal, ganz bewusst die eigenen Gedanken und Gefühle wahrzunehmen. So lässt sich der Autopiloten-Modus, der den stressigen Alltag oftmals bestimmt, ein Stück weit aufbrechen.

 

2. An guten Schlaf ist nicht mehr zu denken

Gehörst du zu denen, die, schon unter der Bettdecke liegend, noch mal schnell das Smartphone vom Ladekabel lösen, um die Arbeitsmails oder den Terminkalender für den nächsten Tag zu checken? Das ist zuweilen verlockend, aber wenig hilfreich, denn dieses Verhalten verringert die Chancen auf einen gesunden, erholsamen Schlaf: Wer mit Stress einschläft, schläft nicht gesund. Das Gehirn bleibt dann im Schlaf aktiver und schaltet nicht ab. Das erklärt, warum du dich vielleicht zuweilen trotz vieler Stunden Schlafs nach dem Aufwachen nicht ausgeruht fühlst. Schnell kann durch zu viel Stress und häufiges Grübeln ein Schlaf-Teufelskreis entstehen: Nach Nächten mit schlechtem oder gar keinem Schlaf verträgt der Körper Stress besonders schlecht und du fühlst dich kaum leistungsfähig. Folglich schnellt der Stress-Pegel in die Höhe, du bist noch weniger fit als am Vortrag und das Einschlafen am Abend fällt noch schwerer als am Vorabend.

Tipp: Die gute Nachricht: Schlaf lässt sich beeinflussen. In diesem Artikel erfährst du, was Schlaflosigkeit und Depression miteinander zu tun haben – und wie du deine Schlafqualität verbessern kannst.

 

3. Du meidest sogar deine Lieblingsmenschen

Die Samstagabende, die du sonst immer mit Freunden oder Familie verbracht hast, bestehen seit Wochen nur noch aus Sofa, Netflix und Pizza-Service? Keine Einwände gegen solche gemütlichen Abende! Ab und zu tun die der Seele sogar richtig gut. Schwierig wird es dann, wenn du dich auf Dauer bewusst oder unbewusst zurückziehst, weil soziale Situationen dir zunehmend schwer fallen, du mental zu erschöpft bist für die Anwesenheit anderer. Ein für solche Fälle typischer Gedankengang geht zum Beispiel so: “Mit meinem Gejammer über die Arbeit will ich keinem zur Last fallen, da bin ich doch die totale Spaßbremse”. Das Vermeiden sozialer Kontakte, Sorgen in sich hineinfressen – das sind typische Anzeichen dafür, dass Stress zu einer echten psychischen Belastung geworden ist.

Tipp: Befindest du dich in einer solchen Situation, sind deine psychischen Grundbedürfnisse vermutlich nicht in der Balance. Was sich zunächst abstrakt anhört, sind im Grunde sehr einfache Zutaten für ein zufriedenstellendes Leben: Schöne Abende mit lieben Menschen, eine gute Work-Life-Balance.

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