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Essstörungen: Mythen und Fakten

Menschen werden als intuitive Esser geboren. Doch bereits im Schulalter machen sich Kinder Gedanken um Ernährung. Viele Jugendliche und junge Erwachsene haben ein eher angespanntes Verhältnis zu ihrem Essverhalten und ihrem Körper. Bei manchen bleibt es dabei, bei anderen entwickelt sich eine behandlungsbedürftige Essstörung.

Essstörungen Mythen Fakten

Mythen

 

Mythos 1: Essstörungen betreffen fast nur Mädchen und junge Frauen.

In Deutschland berichten ungefähr jede sechste Frau und jeder siebte Mann Anzeichen eines gestörten Essverhaltens. Am weitesten verbreitet sind stark gezügeltes Essen und Essanfälle. Die Zahl derer, die sich in ihrem Körper unwohl fühlen, ist noch deutlich höher und auch über alle Altersgruppen ähnlich.

Bei einer von zwanzig Frauen und einem von hundert Männern sind die Symptome so ausgeprägt, dass eine Behandlung sinnvoll ist. Jüngere Menschen sind zwar öfter betroffen als ältere, aber auch im reiferen Alter können Essstörungen neu auftreten. Besonders häufig sind Essstörungen bei Menschen mit einem hohen Körpergewicht.

 

Mythos 2: Die meisten Menschen mit einer Essstörung sind mager.

Wenn es um Essstörungen geht, denken viele zuerst an die Magersucht. Diese Essstörung ist zwar im fortgeschrittenen Stadium äußerlich die auffälligste, aber auch die seltenste. Gleichzeitig ist sie die psychische Erkrankung mit der höchsten Sterberate.

Viel häufiger sind Essstörungen, die man von außen nicht unbedingt sieht.

 

Mythos 3: Wie schlimm eine Essstörung ist, erkennt man am Gewicht.

Essstörungen finden häufig im Verborgenen statt und beeinflussen Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen. Die Zahl auf der Waage verrät nicht, wie sehr jemand unter einer Essstörung leidet. Sie ist auch kein guter Anhaltspunkt um zu bestimmen, ob jemand wieder ganz gesund ist.

 

Mythos 4: Essstörungen haben in erster Linie etwas mit falscher Ernährung zu tun.

Klar, viele Gedanken von Menschen mit Essstörungen drehen sich ums Essen, ums Zunehmen oder Abnehmen. Doch dahinter steckt viel mehr. Betroffene haben oft Probleme mit unangenehmen Gefühlen umzugehen, ein geringes Selbstwertgefühl, oder stellen extrem hohe Ansprüche an sich.

 

Fakten

Die drei häufigsten Formen der Essstörung, die Bulimia nervosa, die Binge-Eating-Störung und die Anorexia nervosa sind auf den ersten Blick sehr unterschiedlich, und haben doch viele Gemeinsamkeiten. Nicht die Bedürfnisse des Körpers bestimmen über die nächste Mahlzeit, sondern selbst auferlegte Regeln oder auch Stress und unangenehme Gefühle.

 

Bulimia nervosa oder Ess-Brech-Sucht.

Die Bulimia nervosa zeichnet sich durch regelmäßige Essanfälle und gegensteuernde Verhaltensweisen aus. Dabei sind Betroffene oft normalgewichtig, aber davon überzeugt, viel zu dick zu sein.

Bulimia nervosa tritt bei etwa zwei bis vier Prozent der jungen Frauen auf, die Dunkelziffer ist sehr hoch. Neun von zehn Betroffenen sind Frauen, die meisten erkranken zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Manchmal findet sich bei Betroffenen in der Vorgeschichte eine Phase der Magersucht.

 

Merkmale

Regelmäßige Essanfälle: Hier essen Betroffene in kurzer Zeit große Mengen an Nahrung und erleben einen Kontrollverlust.

Die Gedanken kreisen ständig ums Essen.

Betroffene versuchen, eine Gewichtszunahme verhindern. Sie lassen Mahlzeiten aus, erbrechen nach dem Essen, treiben extrem viel Sport oder missbrauchen Medikamente, von denen sie glauben, dass sie das Gewicht beeinflussen.

Betroffene haben große Angst davor dick zu werden.

Binge Eating Störung oder Störung mit Essanfällen.

Hauptmerkmal einer Binge-Eating-Störung sind regelmäßige Essanfälle. Anders als bei der Bulimia nervosa versuchen Betroffene nicht, diese Essanfälle durch Fasten, Erbrechen oder Sport auszugleichen. Deshalb nehmen Menschen mit dieser Erkrankung meist zu.

Vermutlich ist die Binge-Eating Störung die häufigste Essstörung. Sie tritt in allen Altersgruppen auf – bei etwa zwei Prozent der Frauen und knapp ein Prozent der Männer.

 

Merkmale

Regelmäßige Essanfälle

Während der Essanfälle essen Betroffene eher schnell und auch dann weiter, wenn ein unangenehmes Völlegefühl eintritt. Oft schämen sie sich für ihr Essverhalten und haben nach dem Essen Schuldgefühle.

Betroffene verspüren wegen der Essanfälle einen starken Leidensdruck.

Anorexia nervosa oder Magersucht.

Menschen mit Anorexia nervosa fallen oft durch ein sehr niedriges Gewicht auf. Die Betroffenen erleben sich noch als viel zu dick, wenn sie sehr ausgezehrt sind.

Anorexia nervosa tritt überwiegend bei jungen Frauen auf, die Erkrankung beginnt meist in der Pubertät. In den westlichen Industrienationen erkranken zu bis ein Prozent aller Mädchen und jungen Frauen zwischen zwölf und 20 Jahren.

 

Merkmale

Betroffene vermeiden viele Lebensmittel aus Angst dick zu werden. Dadurch nehmen sie viel zu wenig Energie auf und das Gewicht sinkt rapide.

Betroffene erleben sich als viel zu dick und haben große Angst davor zuzunehmen.

Auch bei einer Anorexia nervosa können Verhaltensweisen wie Erbrechen oder der Missbrauch von Abführmitteln auftreten. Dann spricht man von einer Anorexia nervosa vom Purging-Typus oder einer bulimischen Anorexia nervosa.

Auch ohne Untergewicht kann eine (atypische) Anorexia nervosa bestehen, zum Beispiel wenn jemand mit einem sehr hohen Ausgangsgewicht in kurzer Zeit viel Gewicht verliert. Diese Essstörungen werden häufig übersehen oder für weniger ernst gehalten. Tatsächlich gehen sie aber mit denselben Risiken einher wie die Anorexia nervosa mit Untergewicht.

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