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Corona: Wie Sie jetzt die Nerven behalten

Eine Pandemie einmaligen Ausmaßes hält die Welt in Atem. Wir haben Ideen gesammelt, die dabei helfen können, die nächsten Wochen zu überstehen.
Corona: Wie Sie jetzt die Nerven behalten

Schulen, Kindergärten und Restaurants sind geschlossen, die Krankenhäuser räumen Intensivbetten frei und die ersten Bundesländer rufen den Notstand aus. Wie überall auf der Welt verbreitet sich in Deutschland seit einigen Wochen ein neuartiges Virus, das hochansteckend ist und vor allem für alte und kranke Menschen eine ernste Gefahr darstellt. Die Menschen werden aufgefordert, sich zurückzuziehen, auf viele kommen stressige und sorgenvolle Zeiten zu. Wie lange dieser Ausnahmezustand dauern wird, ist ungewiss. Wir haben Ideen gesammelt, die helfen können, die schwere Zeit zu überstehen.

 

Sorgen um die Gesundheit

Sorgen um die eigene Gesundheit sind im Moment berechtigt – aber vermutlich nicht bei jedem im gleichen Ausmaß. Wer jünger als 60 ist und keine Vorerkrankungen hat, hat wahrscheinlich nur leichte Symptome. Wer aber zu der Gruppe gehört, bei der das Risiko für einen schweren Verlauf höher ist, hat auch mehr Anlass zur Sorge.

Die Vorkehrungen, die jetzt in vielen Ländern getroffen werden, dienen dem Schutz dieser besonders gefährdeten Personen und alle sollten ihren Teil beitragen, um die Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Das bedeutet, die persönlichen Kontakte zu anderen soweit es geht einzuschränken und besonders auf Hygiene zu achten. Viel mehr können Sie aber dann auch nicht tun.

Es geht Ihnen nicht besser, wenn Sie stündlich die Nachrichten lesen und den Anstieg der Fallzahlen gebannt verfolgen. Und auch nicht, wenn Sie über längere Zeit darüber grübeln, was alles passieren und wie schlimm es noch kommen könnte. Wenn Sie sich beim Grübeln erwischen, versuchen Sie, Ihre Aufmerksamkeit gezielt auf etwas anderes zu lenken. Vielleicht finden Sie eine Aufgabe oder Beschäftigung, die Ihre ganze Konzentration erfordert und so die Grübelgedanken auf Abstand hält.

 

Sich von den Sorgen anderer nicht anstecken lassen

Nicht nur virale Erkrankungen sind ansteckend, auch manche Verhaltensweisen. Sie konnten in den letzten Wochen beobachten, wie einige Menschen anfingen, Nudeln und Toilettenpapier zu horten und kurze Zeit später viele andere es ihnen gleich taten. Je leerer die Regale wurden, umso mehr Menschen veränderten ihr Einkaufsverhalten. Inzwischen sind viele gestresst beim bloßen Gedanken ans Einkaufen. Versuchen Sie, einen kühlen Kopf zu behalten und tun Sie Dinge, weil Sie sie für wirklich sinnvoll halten, nicht weil alle anderen es tun. Wenn Sie in Panik geraten, können Sie keine guten Entscheidungen mehr treffen. Auch in Ländern, die eine Ausgangssperre verhängt haben, bleiben die Supermärkte geöffnet.

 

Im Hier und Jetzt bleiben

Im Moment ändert sich das Leben beinahe täglich. Neue Herausforderungen kommen auf Sie zu, Probleme müssen gelöst, Dinge organisiert werden. Mit diesen Herausforderungen können Sie dann umgehen, wenn Sie sie kennen. Deshalb kann es ratsam sein, nicht allzu weit in die Zukunft zu sehen, sondern sich darauf zu konzentrieren, was heute ansteht: Was müssen Sie heute tun? Für welches Problem brauchen Sie dringend heute eine Lösung?

 

Andere um Hilfe bitten

Viele Menschen werden in den nächsten Wochen Unterstützung brauchen, sei es vom Arbeitgeber, der Flexibilität ermöglicht, um die Kinder zu betreuen, sei es Hilfe beim Einkaufen oder sei es nur ein offenes Ohr. Wenn Sie einmal in einer Grübelschleife feststecken, kann es leicht passieren, dass Sie in Pessimismus verfallen und erwarten, dass andere nicht bereit sind zu helfen. Die meisten Menschen helfen gern, aber: Hilfe kommt schneller und zuverlässiger, wenn man danach fragt. Niemand kann Gedanken lesen und erahnen, was Sie brauchen. Trauen Sie sich also, es deutlich zu sagen, auch wenn Sie dafür über Ihren Schatten springen müssen.

 

Andere unterstützen

Überlegen Sie, wie Sie andere unterstützen können. Damit tun Sie nicht nur anderen etwas Gutes, sondern heben auch Ihre Stimmung. Schützen Sie andere, indem Sie wann immer möglich zu Hause bleiben – auch wenn Sie sich selbst fit fühlen. Gehen Sie für ältere Nachbarn einkaufen. Wenn Sie sich fit fühlen, spenden Sie Blut. Verabreden Sie sich mit Menschen, von denen Sie wissen, dass Sie allein sind, auf eine gemeinsame Tasse Kaffee am Telefon oder per Videokonferenz. Schenken Sie denen, die jetzt für alle die Stellung halten – der Kassierin im Supermarkt, den Männern von der Müllabfuhr – ein freundliches Wort oder ein Lächeln, anstatt darüber zu klagen, falls etwas nicht so läuft wie gewohnt.

 

Dem Stress standhalten

Alle, die im Moment im Gesundheitswesen oder im Einzelhandel tätig sind, haben stressige Wochen vor sich und müssen besonders auf sich und einander achten, damit sie nicht ausbrennen oder sogar selbst krank werden. Während der Arbeitszeit wird es vielleicht oft nicht möglich sein, Pausenzeiten einzuhalten. Umso wichtiger ist es, sich Mini-Auszeiten zu nehmen, in denen Sie zumindest kurz etwas essen, zur Toilette gehen oder eine halbe Minute lang tief durchatmen. Diese Mini-Auszeiten helfen dabei, schnell zumindest ein wenig Energie zu tanken. Bleiben Sie in Gedanken bei der Sache, die Sie gerade tun. Sie können nur eins nach dem anderen machen – wenn Sie schon über die nächste und übernächste Aufgabe nachdenken, werden Sie nur langsamer und unkonzentrierter. Nach Feierabend dürfen die Prioritäten andere sein als normalerweise. Zeit für sich ist jetzt wichtiger als eine perfekt aufgeräumte Wohnung. Sie werden bei der Arbeit alles geben, also beschränken Sie häusliche Pflichten auf das Nötigste und bitten Sie um Hilfe.

 

Im Home-Office und unter Quarantäne: Einen festen Tagesablauf beibehalten

Auch, wenn Sie aus dem Büro verbannt sind oder zu Hause die Kinder betreuen: Behalten Sie möglichst Ihre Tagesstruktur. Stehen Sie morgens zur gewohnten Zeit auf und ziehen Sie sich an, als würden Sie zur Arbeit gehen. Wenn es möglich ist, planen Sie feste Zeitblöcke für Ihre Aufgaben ein, und vergessen Sie die Pausen und den Feierabend nicht. Essen Sie geregelte Mahlzeiten, und wenn es geht, essen Sie gemeinsam mit anderen – entweder im selben Raum mit der Familie oder per Videochat mit Freunden oder Kollegen.

Hilfreich ist es auch sich einen aufgeräumten und festen Arbeitsplatz einzurichten. Verzichten Sie möglichst darauf, auf dem Sofa oder im Bett, also an Orten, an denen Sie normalerweise entspannen, Ihre Arbeit zu erledigen. Das hilft weder der Konzentration während der Arbeit, noch dem Abschalten danach.

 

Home Office mit Kindern: Eine besondere Herausforderung

Zunächst die harte Wahrheit: Sie werden im Homeoffice mit Kindern vermutlich nicht so produktiv sein wie im Home Office ohne Kinder. Nehmen Sie das als gegeben hin. Vielleicht gibt es Aufgaben, die weniger Konzentration brauchen, und die Sie jetzt vorziehen können. Beziehen Sie die Kinder in die Tagesplanung mit ein und besprechen Sie in einer Morgenrunde, was Sie wann gemeinsam mit den Kindern unternehmen wollen, wann Zeit für die Schulaufgaben ist, wann die Kinder allein spielen. Wenn Sie das Glück haben, dass sich zwei Erwachsene die Kinderbetreuung teilen können, sind klare Absprachen darüber, wer wann arbeiten kann, meist besser als Ad-hoc Entscheidungen. Wenn möglich, gehen Sie mindestens einmal am Tag gemeinsam an die frische Luft.

 

In Kontakt bleiben

Es kann gut sein, dass Sie sich in der nächsten Zeit besonders einsam fühlen. Der erste Schritt, um damit umzugehen, ist das Gefühl zuzulassen. Je mehr Sie versuchen es zu unterdrücken, umso stärker kann es werden. Menschen sind soziale Wesen und den meisten tut es überhaupt nicht gut, sich über Wochen zu isolieren. Auch wenn persönliche Kontakte jetzt auf das Nötigste reduziert werden müssen, können Sie Telefon oder Videochat nutzen, um Familie und Freunde zu sehen. Hier sind die technologischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte ein wahrer Segen. Verabreden Sie sich zu Kaffee und Kuchen am Nachmittag oder auf ein Glas Wein am Abend. Vielleicht ist jetzt auch eine gute Gelegenheit, sich mit lieben Menschen virtuell zu verabreden, die Sie viel zu selten sehen.

 

Sich bewegen

Wer sich die meiste Zeit in den eigenen vier Wänden aufhält, bewegt sich in der Regel weniger. Steuern Sie aktiv gegen und planen Sie Bewegungspausen ein – ob allein oder mit der Familie. Am besten für die Gesundheit ist Bewegung draußen, sofern Sie Abstand zu anderen halten. Aber auch zu Hause können Sie sich bewegen, mit Anleitungen aus dem Internet. Achten Sie, so wie immer, darauf, dass Sie nur das machen, was Ihre Fitness und Beweglichkeit zulassen.

 

Die Gelegenheit nutzen

Wenn Sie zu denen gehören, denen durch die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit jetzt Zeit geschenkt wird, ist vielleicht ein guter Zeitpunkt für kleine oder größere Projekte im und ums Haus herum. Es gibt vielleicht einige Dinge, die Sie seit geraumer Zeit erledigen wollten, aber zu denen Sie bislang im Alltagsstress nicht die Gelegenheit hatten. Den Kleiderschrank ausmisten, einen Online-Kurs machen, ein kreatives Projekt umsetzen – die Möglichkeiten sind vielfältig, man braucht nur die richtigen Ideen. Nutzen Sie die Zeit zu Hause, um sich von Ihren eigenen vier Wänden inspirieren zu lassen. Im Internet finden Sie zahlreiche Do-it-yourself-Lösungen, um Ihre Heimprojekte umzusetzen und frischen Wind in die Wohnung zu bringen. Auch um sich weiterzubilden, eine neue Sprache zu lernen oder ein neues Kochrezept auszuprobieren, können Sie die extra Zeit nutzen. Wenden Sie sich bewusst und mit Freude Ihren neuen Herausforderungen und Projekten zu, dann können Sie Ihr Tun am Ende entsprechend wertschätzen und heben Ihre Stimmung.

 

Nicht vor dem Bildschirm versauern

Es ist natürlich verlockend, sich Zeitfressern wie Streamingdiensten oder Computerspielen hinzugeben. Aber wirklich glücklich macht das nicht. Je mehr Zeit Sie damit verbringen, umso weniger haben Sie den Eindruck, etwas Sinnvolles getan zu haben. Natürlich spricht nichts gegen den ein oder anderen Film, den Sie gezielt auswählen, aber halten Sie es im Rahmen. Nutzen Sie Ihre freie Zeit besser, um sich etwas wirklich Gutes zu tun.

 

Wenn Angst und Sorge überhand nehmen

Es kann gut sein, dass Menschen, die sich ohnehin viel sorgen, jetzt große Probleme damit haben, Ängste und Sorgen in den Griff zu bekommen. Wenn es Ihnen auch so geht, dann suchen Sie sich Hilfe. Viele Psychotherapeuten bieten Online-Termine für ihre Bestandspatienten an, wir bei MindDoc sind auf Onlinetherapie spezialisiert. Im Moment können neue Patienten bei uns Erstgespräche auch per Videokonferenz in Anspruch nehmen.

Über die MindDoc Online-Therapie

MindDoc ist ein wissenschaftlich validiertes Online-Angebot der Schön Klinik und verfolgt das Ziel, die Behandlung psychischer Erkrankungen ins digitale Zeitalter zu führen. Unsere Online-Psychotherapie ist ähnlich wirksam wie klassische psychologische Beratung, bietet Ihnen aber viele praktische Vorteile. Wir glauben, dass es an der Zeit ist für eine moderne Alternative zum „Platz auf der Couch”.

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